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Nahe Zeitung vom Samstag, 6. April 2019

Kerosinablass: Neue Messstelle wurde in Leisel eingerichtet - Umweltministerium drängt auf Neubewertung und mehr Transparenz

Das Ablassen von überschüssigem Flugbenzin (Kerosin) über Rheinland-Pfalz hat bei vielen Bürgern zu großen Sorgen und in den Räten zu Resolutionen geführt. Im vergangenen Jahr haben die Treibstoffablässe deutlich zugenommen. Das Umweltministerium hat nun die Einrichtung zweier zusätzlicher Messstellen im Land bekannt gegeben, eine davon im Wald bei Leisel.

Bisher wurden Kohlenwasserstoffverbindungen in den größeren rheinland-pfälzischen Städten und an einer Messstelle im Pfälzer Wald kontinuierlich gemessen. „Nun haben wir zwei weitere Messstationen im möglichen Überfluggebiet mit entsprechenden Geräten ausgestattet und damit den Messumfang des Messnetzes erweitert“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken am Donnerstag in Mainz. Neben der Messstation im Pfälzerwald (Hortenkopf) wurden die vorhandenen Messstationen in der Westpfalz (Dunzweiler) und im Hunsrück (Leisel) zur präziseren messtechnischen Bewertung von Kerosinablässen mit entsprechenden Geräten nachgerüstet. „Damit sind in möglichen Überflug- und AblassgebietenPfälzerwald, Hunsrück und Westpfalz drei empfindliche Kohlenwasserstoffdetektoren aktiv“, so Höfken. Die drei Messstationen gehören zum ZIMEN-Messnetz, das vom Landesamt für Umwelt betrieben wird. „Bisher sind die Messwerte unauffällig und typisch für den ländlichen Raum, das ist eine gute Nachricht. Aber wir werden das natürlich weiter beobachten“, sagte Höfken weiter. „Die Nachrüstung von zwei weiteren Messstationen ist nur eine von vielen Maßnahmen, mit denen wir uns dafür einsetzen, zum Schutz der Gesundheit der Bürger sowie der Umwelt die Belastung durch Kerosinablässe zu verringern“, sagte die Umweltministerin.

„Wir haben Besorgnisse der Bürger ernst genommen und bereits bei der 88. Umweltministerkonferenz (UMK) im Mai 2017 erreicht, dass die Bundesregierung die bisherige Einschätzung von Gutachtern, dass Kerosinablässe für Umwelt und Menschen unbedenklich seien, auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse im Rahmen einer umfangreichen Studie neu bewerten lässt. Ich hoffe, dass die Ergebnisse auf der 92. UMK im Mai 2019 endlich vorgestellt werden.“ Darüber hinaus hat das Umweltministerium im September 2018 im Bundesrat einen Entschließungsantrag zur „Verbesserung der Information der Öffentlichkeit und zur Vermeidung nachteiliger Auswirkungen bei Kerosinablässen (Fuel-Dumping)“ eingebracht. Damit sollen Informationsfluss und Transparenz über erfolgte Ablassereignisse für Bürger und Überwachungsbehörden verbessert und die Entwicklung von benzolfreien Kraftstoffen für den zivilen Flugverkehr beschleunigt werden.

Die ZIMEN-Messdaten werden im Internet kontinuierlich aktualisiert und können unter www.luft.rlp.de abgerufen werden.

Nahe Zeitung vom Samstag, 6. April 2019