Nationalpark-Gemeinde Leisel (Nationalpark Hunsrück-Hochwald)

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Nahe Zeitung vom Dienstag, 19. Dezember 2017

In der Kirche erklang ein kraftvolles „Kalinka“
Konzert Kosakenchor und Leiseler Sänger begeistern ihr Publikum

Für ihren Verein sei dieser Abend der Höhepunkt des Jahres: Carmen Hartenberger, Vorsitzende des MGV/Gemischter Chor Leisel, betonte, welche Bedeutung der Auftritt des Ural-Kosakenchors am Freitag in der Kirche Heiligenbösch für die Gastgeber hatte. Im Nationalparkort sind die acht Männer aus Russland mit ihren kraftvollen Stimmen mittlerweile wohlbekannt. Alle zwei Jahre treten sie in Leisel auf. Zweimal sangen sie schon in der Vereinshalle, jetzt, beim dritten Besuch, in der Kirche: In der Weihnachtszeit bot es sich an, den Konzertabend ins Gotteshaus zu legen. Das war bis auf den letzten Platz besetzt, 130 Karten waren im Vorverkauf abgesetzt worden.

Dabei spielte auch der MGV/Gemischte Chor selbst eine wichtige Rolle. Vor dem Auftritt der Ural-Kosaken und nach der Pause intonierten die Leiseler Sänger Weihnachtslieder: Begleitet von Elena Fillmann am Klavier, stimmten sie Lieder wie Ave Maria und „Traum der Weihnachtszeit“ an. Danach traten die acht Russen in den Altarraum. Man kennt die Kosakenkonzerte, und trotzdem ist man immer wieder beeindruckt von ihrer Gewalt, der Stärke ihrer Stimmen. Vor allem Yaroskav Melnyk fiel auf: Im tiefsten Bass besang er die „Abendglocken“, dann, bei „Eintönig klingt das Glöckchen“, stieg sein Ton zum hohen Falsett auf, im Hintergrund die Stimmen seiner sieben Kollegen als monotone Begleitvokals.

Die Formation unter der Leitung von Vladimir Kozlovskyy sang neben Kosakenliedern und Volksweisen aus Russland und der Ukraine natürlich auch Weihnachtslieder, Stücke wie „Schneeverwehtes Russland“ und „Das Tannenbäumchen“. Mit „Auf viele Jahre“ brachte der Chor achtstimmig ein Lied vor, dass in Form eines Trinkspruchs bei Geburtstagen gesungen wird.

Bei „Schneetreiben“ griff, wie auch bei einer Reihe weiterer Lieder, Ensemblesänger Anatoliy Ostapüic zum Akkordeon: Es war ein leichtes, ausgelassenes Lied. Man kann sich vorstellen, wie eine Menschenmenge an einem kalten Tag ins Freie zieht und dort fröhlich gefeiert wird. Zur Akkordeonmusik sang Yaroslav Zinko als Tenorsolist. Einige Nummern später standen Zinko und Ostapüic wieder gemeinsam auf der Bühne. Diesmal interpretierten sie „Lara's Theme“, das musikalische Leitmotiv im Film „Doktor Schiwago“.

Und Zinko wurde noch immer nicht müde: Mit Kozlovskyy zusammen sang er eine ausgelassene Nummer, „Das goldene Bienchen“. Dazu stritten sich die beiden zum Vergnügen der Zuhörer mit angedeuteten Schlägen. Zinko war noch einmal zu hören – und zwar mit „Kalinka“, dem Stück, das bei wohl keinem Kosakenkonzert fehlen darf. Zinko sang Tenor, dann setzten seine Kollegen ein, das Lied wurde zum stimmgewaltigen Abschluss des Konzertabends.

Nahe Zeitung vom Dienstag, 19. Dezember 2017, von Karl-Heinz Dahmer