Nationalpark-Gemeinde Leisel (Nationalpark Hunsrück-Hochwald)

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Nahe Zeitung vom Mittwoch, 7. Juni 2017

Zehn Grundstücke sind schon fest reserviert
Infrastruktur Gemeinde Leisel investiert derzeit fast 1 Million Euro in die Erschließung eines Neubaugebiets

„Mitten im Grünen, aber nah am Dorf“ - mit diesem Slogan wirbt die Nationalparkgemeinde auf ihrem Werbeflyer für dieses Projekt – rollen derzeit am südlichen Ortsrand von Leisel die Bagger und Baumaschinen. Die massiven Erdbewegungen sind weithin sichtbar, auf dem Gelände liegen bereits die Rohre für Wasser und Kanäle, die noch im Untergrund vergraben werden sollen.

Denn Leisel will wachsen und Platz für Menschen schaffen, die sich den Wunsch vom Eigenheim erfüllen wollen. Deshalb haben in der Woche nach Ostern die Arbeiten zur Erschließung des Neubaugebiets „Auf Krummenacker“ begonnen.

Insgesamt 25 Parzellen mit Größen zwischen 700 und 900 Quadratmeter werden dort entstehen. Wobei die Gemeinde schon vorab einen beachtlichen Vermarktungserfolg erzielen konnte. Denn noch ehe die Baufirma Behnke aus Birkenfeld mit den Arbeiten loslegte, „hatten wir schon für zehn Grundstücke feste Reservierungen“, sagt Ortsbürgermeister Wolfgang Schüssler.

Die Gemeinde wird die voll erschlossenen Bauplätze zum Quadratmeterpreis von 50 Euro anbieten. Etwas Geduld müssen die künftigen Bauherren aber noch mitbringen. Bis sie selbst mit der Errichtung ihrer Häuser anfangen können, wird es laut Schüssler „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Frühjahr 2018“. Denn zunächst müssen auf dem an einem Südhang gelegenen Areal, von dem aus der Blick direkt und unverbaubar in Richtung Nationalpark fällt, die Kanal-, Wasser- und sonstigen Versorgungsleitungen verlegt und die beiden durch das Baugebiet führenden Straßen inklusive Beleuchtung neu angelegt werden.

Bisher konzentrierte sich das Geschehen auf das Verlegen der Abwasser- und Wasserrohre im Untergrund. Wie Thorsten Gnad, stellvertretender Leiter der Birkenfelder VG-Werke informiert, wird ab Juni aber auch parallel der Straßenbau beginnen.

Die Werke werden mit ihrem Part laut Zeitplan bis Anfang Herbst fertig sein, bis auch die Straßen fertig sind, wird es aber wohl Ende Herbst. Dabei hat sich nach Einrichtung der Baustelle herausgestellt, „dass es wohl noch einen positiven Nebeneffekt geben wird, von dem auch ein anderer großer Teil des Dorfes etwas haben wird“, wie Wolfgang Schüssler betont. Das Glasfaserkabel, das den Eigenheimen im Neubaugebiet „Auf Krummenacker“ einen Anschluss an die schnelle Datenautobahn beschert, soll nämlich in Richtung Ortsmitte weitergeführt werden. Damit würde sich dann auch die Situation anderer Haushalte in Leisel verbessern, „bei denen es bisher mit der DSL-Versorgung nicht so gut ausgesehen hat“, so der Hinweis des Gemeindechefs.

Die Kommune geht für ihr wichtigstes Zukunftsprojekt finanziell in Vorleistung. Im Entwurf des Nachtragshaushalts 2017, den der Leiseler Rat in einer seiner nächsten Sitzungen verabschieden soll, wird nach Auskunft von Thorsten Kretsch von der Finanzabteilung der Birkenfelder VG-Verwaltung mit Gesamtausgaben in Höhe von 950 000 Euro kalkuliert. Von diesem Betrag müssen etwa 380 000 Euro über Kredite finanziert werden. Die Gemeinde kann auf der Habenseite jedoch damit rechnen, dass durch den Verkauf von Grundstücken auch wieder Geld in die kommunale Kasse zurückfließt. Da zehn Parzellen reserviert sind, sind im Nachtragsetat Einnahmen in Höhe von 400 000 Euro eingeplant.

Die VG-Werke sind wegen der Installation der Abwasserrohre und Trinkwasserleitungen bei dem Vorhaben in Leisel ebenfalls mit im Boot. Thorsten Gnad beziffert die vorgesehen Investitionssumme im Bereich Wasser auf 150 000 Euro und im Bereich Kanal auf 500 000 Euro.

Wer sich übrigens einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge bei der Erschließung des Neubaugebiets „Auf Krummenacker“ verschaffen will, sollte die Internetseite der Gemeinde besuchen. Unter www.leisel.net kann man nicht nur den Werbeflyer herunterladen, sondern sich auch einen einmütigen Film anschauen, der ebenfalls als pfiffiges Vermarktungsmittel gedacht ist, um Neubürgern die Ansiedlung in Leisel schmackhaft zu machen. Am 28. Mai wurde nämlich mit einer Drohne ein Video gemacht, das die Baustelle aus der Vogelperspektive zeigt.

Nahe Zeitung vom Mittwoch, 7. Juni 2017, von Axel Munsteiner